Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies (kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner ablegt werden). Wir sammeln keine Daten zur statistischen Auswertung. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Spirituelles

  • Wort der Woche
  • Predigt Klausen Wallfahrt
  • Predigtimpuls 8.9.2021

24. Sonntag im Jahreskreis

Markus 8,35
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.

Jesu Botschaft klingt oft widersprüchlich und provokant. Sein Leben retten wollen, das ist doch ein ganz normales menschliches Bestreben und wer wollte es schon freiwillig verlieren?! Warum eigentlich? Jesus sagt um seinetwillen und um des Evangeliums willen. Er richtet diese Worte an die, die mit ihm unterwegs sind und nicht nur hören, sondern erleben, was die "gute Botschaft" bedeutet. Wer sich zu diesem Wanderprediger und Propheten bekennt, wer seine Worte und Taten ernstnimmt, wer sich auf ihn einlässt, der könnte sein bisheriges Leben verlieren, es könnte alles ganz anders werden, als bisher selbstverständlich und geplant. Die Worte Jesu fordern zu Entscheidung heraus und wie ernst es ihm damit ist, kann man an der Zurückweisung des Petrus ablesen.

Sein Leben retten oder gerettet werden, weil man bereit ist, es zu verlieren - die Herausforderung ist nicht ohne! Und wenn unser Heil von der Entscheidung abhängt? Gut, dass Gott uns liebt und barmherzig ist.

Marienpredigt Klausenwallfahrt 2021:

Liebe Schwestern und Brüder!

Das Evangelium das wir soeben gehört haben, ist uns allen sehr vertraut. Fast bin ich geneigt zu sagen, es klingt sehr gemütvoll. Sein Inhalt ist ja auch Grundlage für zwei Gebete geworden, die die Kirche auch heute noch sehr pflegt und die wir alle bestens kennen. Zum einen ist es das ‚Ave Maria’, das ‚Gegrüßet seist du, Maria’ und zum anderen ist es der sogenannte ‚Engel des Herrn’, der dreimal am Tag gebetet wird und zu dem am Morgen, am Mittag und am Abend die Betglocke läutet.

Der erste Teil des ‚Ave Maria’ stammt aus dem eben gehörten Evangeliumsabschnitt und aus der Begegnung Marias mit Elisabeth. Da ist also ein unbekanntes Mädchen von vielleicht 14 Jahren, so dürfen wir durchaus annehmen, das irgendwo in Nazareth lebt und eigentlich niemandem bekannt ist. Dieses unbekannte Mädchen schreibt sozusagen Geschichte. Denn diese Jugendliche ist hellwach, kommt wohl aus einem religiö-

sen Elternhaus. Viele junge Mädchen in der damaligen Zeit lebten wohl so. Denn die Prophezeiung, dass der Messias von einem jungen Mädchen, einer jungen Frau, geboren werden soll, war den religiös gebildeten Menschen durchaus bekannt. Vielleicht erhofften sich manche von ihnen, dass es ihre Tochter sei, die die Auserwählte ist. Oder vielleicht machte sich auch manches Mädchen selbst entsprechende Hoffnungen, Mutter des Messias zu werden. Aber die Wahl des Gottes Jahwe fiel auf das unbekannte Mädchen Maria. Warum wohl? Das können wir nur vermuten: Maria war ansprechbar, sie lebt nicht in einer geschlossenen Welt. Sie ist keine Gefangene ihres Wunschdenkens und sie kreist nicht um sich selbst. Sie lebt in ihrem Elternhaus auf der Grundlage des jüdischen Glaubens. Sie steht, wenn wir so wollen, mitten in ihrem Lebensalltag. Sie ist grundsätzlich offen, auch und gerade für das Unerwartete. Und deswegen ist sie auch offen und ansprechbar für Gott. Das ist nicht selbstverständlich und einfach. Denn Gott spricht nicht laut und aufdringlich. Keiner hört Gott unmittelbar. Gott spricht immer nur durch andere und dazu oft noch anders, als wir es erwarten. Doch Maria ist in der Lage, unter den vielen Stimmen die sie tagtäglich hört, die Stimme herauszuhören, die ihr Leben verändern soll. Und diese Stimme, die im Auftrag eines Höheren spricht, sagt ihr: „Der Herr ist mit dir!“ Maria ist erschrocken über diesen Gruß. Sie überlegt, was das wohl zu bedeuten hat. Doch die Stimme des Boten lässt ihr nicht lange Zeit, in diesem Schrecken, in dieser Erstarrung, in dieser Angst zu verweilen. Weil er Maria versteht, sagt er ihr sogleich, dass sie sich nicht zu fürchten braucht, weil ja Gott dahinter steckt, ER mit ihr ist. Und die Stimme des Boten verkündet ihr unumwunden, was dieser Gott, was IHR Gott, mit ihr vorhat. Doch Maria nimmt das nicht einfach so hin, sie hat durchaus ihre Fragen und stellt diese auch. Sie will Gewissheit haben. Sie will nicht einem Hirngespinst auf den Leim gehen. Doch die Antwort die sie bekommt klingt überraschend. Sie bietet nämlich kein einsichtiges Rezept, wie der Mensch es sich wünscht; keine Lösung, die alle Probleme menschlich befriedigend löst. Der Bote verspricht im Auftrag des Sendenden dessen Geist, der über sie kommen wird; den Geist der Einsicht, den Geist der Stärke, den Geist der Schöpfung. Und hier erkennt Maria wohl, wessen Geist dies ist. Und das heißt schließlich dann auch glauben: Mit der Kraft dieses Geistes Gottes rechnen, sich diesem Geist nicht widersetzen; denn es ist der Geist Gottes, ja es ist Gott selbst, der hier am Werk ist, der ruft und der einen Plan mit ihr und für die Welt hat. Daraufhin kann Maria nichts mehr anderes sagen als: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe wie du es gesagt hast.“ (Lk 1,38). Und dass ihr Glaube auf einem gesicherten Fundament steht, wird wenig später von ihrer Verwandten Elisabeth bestätigt durch deren prophetischen Ausspruch: „Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“ Hier begegnen sich zwei Menschen, die dasselbe Fundament, die ein und dieselbe Blickrichtung haben, die sich auf der Ebene des Geistes Gottes begegnen und die sich dadurch einander Stütze und Halt sein können.

Und wenn nun wir, liebe Mitchristen, die wir als Christen leben, auf diesem Hintergrund unsere je persönlichen Lebensgeschichten betrachten, können wir uns durchaus fragen: Wer war denn bei mir Bote oder Botin Gottes gewesen? Wer war mir Stütze und Halt in diesen vergangenen Jahren und Jahrzehnten gewesen? Und wer ist es immer noch? Auf wen habe ich letztendlich mein ganzes Vertrauen gesetzt? Es sind Fragen an uns, die wir unser Christsein im Hier und Heute leben und dadurch Zeuginnen und Zeugen, Botinnen und Boten für Jesus Christus sind. Und wenn ich persönlich das für mich nun einmal in Augenschein nehmen darf, der ich in diesen Tagen auf 40 Ordensjahre zurückblicken kann glaube ich sagen zu können, es waren zunächst meine Eltern; es war meine Kindergartenschwester, es war meine Tante Romana, die als Karmelitin lebte und wirkte, es waren Menschen, die einen Blick hatten auf mich und für mich und spürten, dass der Herr mich noch auf einen anderen Weg gerufen hat, nicht nur Maurer und Bauzeichner zu sein und zu bleiben, ohne diese Berufe abwerten zu wollen.

Und auf Sie, liebe Schwestern und Brüder, angewandt kann ich sagen, dass Sie zum Teil in verschiedenen Räten und Ausschüssen versuchen, Reich Gottes im Hier und Heute zu verwirklichen und Botinnen und Boten für IHN zu sein. Denn Reich Gottes ist nicht etwas, was irgendwann einmal kommen wird, sondern bereits jetzt kann es durch uns sichtbar und erfahrbar werden.

Haben wir auch weiterhin den Mut und erbitten wir uns von Gott auf die Fürsprache Mariens die Kraft für unsere persönlichen Aufträge, um sie gewissenhaft erfüllen zu können und das ganz besonders auch im Hinblick auf wichtige Entscheidungen für unsere Pfarreien, die in den nächsten Wochen und Monaten zu treffen sein werden. Amen.

P. Ludwig Eifler O.Carm.

Predigtimpuls 8.9.2021 – Maria Geburt
Professjubiläen P.Justin (60 Jahre), P.Ludwig (40 Jahre) und P.Theodor (40 Jahre), in Beilstein

Liebe Mitbrüder, die Sie heute Ihr Professjubläum feiern,
liebe Festgemeinde,

im Eröffnungsvers wird uns zunächst der Anlass angekündigt, warum wir uns heute hier versammelt haben, da heißt es:

Voll Freude feiern wir das Geburtsfest der Jungfrau Maria,
aus ihr ist hervorgegangen die Sonne der Gerechtigkeit,
Christus, unser Gott.

Jedes Geburtsfest ist Freude über das Leben und Dank an den, der Leben schenkt. –
Dankbar erinnern wir uns an die Eltern, deren Liebe wir vieles verdanken,
und dankbar besinnen wir uns auf den Ursprung allen Lebens:
auf Gott, der voll und ganz in seiner Liebe auch unser Leben wollte.

Kein Leben ist Zufall, jedes Leben ist von ihm geschenkt -
und mit einer Berufung in die Welt gestellt.
Das gilt für unser eigenes Leben, und das gilt in besonderem Maße für Maria,
für das Leben der Frau, die von Gott erwählt wurde, die Mutter Jesu zu werden,
deren Geburt ein Geschenk Gottes an die ganze Menschheit ist.

Wer ist diese junge Frau aus Nazareth, deren Geburtstag wir heute feiern, die an den verschiedensten Wallfahrtsorten und Mariendarstellungen in unseren Kirchen aufgesucht und verehrt wird, so wie die schwarze Madonna hier in der Karmelitenkirche in Beilstein? Bei Geburtstagen ist es oft üblich, einen Rückblick auf das Leben des Geburtstagskindes zu halten.

Von der Herkunft Marias erfahren wir lediglich aus den erzählfreudigen Legenden. So sind uns ihre Eltern unter den Namen Joachim und Anna bekannt. Wir haben erfahren, dass Joachim ein begüterter Schafzüchter und Herdenbesitzer war und dass Mutter Anna zunächst keine Kinder bekommen konnte. Was wir von Mariens Lebensweg und ihrer gnadenvollen Berufung wissen, kennen wir aus den heiligen Schriften. In Jerusalem sei sie geboren, heißt es, in Nazareth aufgewachsen, wo sie dann schon in jungen Jahren ihre Erwählung zur Mutter Gottes erlebte und mit einem ganz persönlichen Ja – ich bin die Magd des Herrn – annahm.

Jahr für Jahr ehren wir sie an festlichen Tagen. Das liturgische Jahr führt uns an die Höhepunkte ihrer Mutterschaft und ihrer Erwählung, Mutter von uns allen zu werden und zu sein. So feiern wir am 8. Dezember ihre gnadenvolle Berufung - ihre unbefleckte Empfängnis, an Weihnachten treffen wir sie als junge Mutter in Bethlehem an, dann schließlich im Tempel von Jerusalem, in Kana in Galiläa und auf der „via dolorosa“, auf dem Weg nach Golgotha.
Treu zu ihrem JA und mit einer unerschütterlichen Liebe, begleitet sie Jesus durch seine 33 Lebensjahre auf der Erde, auch unter Schmerzen. Sie hat alle Tiefen und Enttäuschungen, Glaubensnöte und Lebensängste durchgemacht und lernte so aus eigenem Erleben, die Not und Ängste der Menschen zu verstehen und wuchs so in ihre Aufgabe, Mutter aller Menschen zu werden, hinein.

Worin sie ihre eigentliche Aufgabe und Sendung sah und glaubend verstand wird deutlich bei der Erzählung von der Hochzeit zu Kana. Ein junges Paar hatte sie zur Hochzeit eingeladen, auch Jesus und die Jünger waren dabei. Gegen Ende der Festlichkeiten bahnt sich für die Gastgeber eine sehr peinliche Situation an: Der Wein ging zur Neige. Mit Mutterblick hatte Maria die Lage erkannt und wandte sich an Jesus mit dem Hinweis: Sie haben bald keinen Wein mehr. Das sollte wohl heißen: Komm, wir gehen – oder hilf! - Trotz der Unsicherheit, was Jesus tun wird, ob er etwas tun wird, wendet sie sich an die bereitstehenden Diener: Was er euch sagt, das tut.

Mit diesen Worten ermutigt sie auch uns zum Vertrauen und Glauben an Jesus in allen Lebenssituationen:  Ganz gleich was jetzt kommt, und was er tun wird, ihr könnt euch drauf verlassen, er wird es richten.

Maria bleibt nicht bei sich stehen. Ihre Sendung ist es, auf den hinzuweisen, der durch sie Mensch geworden ist, so wie wir es im Evangelium soeben vom Stammbaum Mariens gehört haben. Dieser Stammbaum beinhaltet das menschliche Leben mit allen Licht- und Schattenseiten, mit Höhen und Tiefen, mit Schuld und Versagen. Die Ziellinie und der Zielpunkt läuft jedoch auf den zu, der der Erlöser aller Menschen ist, auf den, von dem der Engel dem hl. Josef sagt: „Er soll ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen“ (Mt 1, 21).

Liebe Brüder und Schwestern, heute am Geburtsfest Mariens können wir dieses Jahr ein weiteres Fest begehen: die Professjubläen von drei karmelitanischen Mitbrüdern.

Vor 60 haben Sie lieber P.Justin und vor 40 Jahren haben Sie, lieber P.Ludwig und P.Theo, an diesem Festtag Mariens ihre Erste Profess abgelegt. In einer stillen Minute haben Sie sicherlich in den letzten Tagen ihre 60 oder 40 Ordensjahre an Ihrem inneren Auge vorbeiziehen lassen und sich gefragt, wie P.Theo heute Morgen sagte: wo sind die Jahre geblieben?

Sie haben ihre erste Profess am Fest Maria Geburt abgelegt. Man könnte in diesem Zusammenhang sagen, die Erste Profess ist auch einer Art Geburt vergleichbar – wir werden neugeboren in Christus, oft auch durch einen neuen Namen ausgedrückt und werden Teil einer Ordensgemeinschaft. Man spricht ja auch in unseren Kreisen von Ordensnachwuchs.

Dieses Fest bringt aber auch sehr gut ihre geistliche Verbundenheit mit Maria zum Ausdruck. Sie ist für Sie inspirierendes Leitbild, Patronin Mutter und Schwester.

In Ihren Konstitutionen über das Charisma ihrer Gemenschaft ist zu lesen: In der Jungfrau Maria, der Mutter Gottes und dem Urbild der Kirche, finden die Karmeliten das vollkommene Bild all dessen, was sie selbst sein wollen. – Wenn wir auf sie schauen und ein geistliches Leben in Vertrautheit mit ihr führen, lernen wir, als Brüder des Herrn vor Gott zu stehen. Maria lebt wirklich als Mutter und Schwester in unserer Mitte, sie kennt unsere Nöte, sie wartet und hofft, leidet und freut sich mit uns.

Durch Ihre Ordensprofess sind Sie hineingenommen in den Auftrag und die Sendung Mariens. Jeder von Ihnen hat dabei seine besondere Erwählung und Berufung für die karmelitanische Gemeinschaft, für die Kirche, für die Menschen heute. Jeder von

Ihnen hat durch sein Charisma, seine Fähigkeiten, seine Ordensberufung die brüderlichen Gemeinschaften, die Kirche, die Pfarrgemeinschaften mitgestaltet und beschenkt. Jeder von Ihnen kennt die Licht- und Schattenseiten des Lebens, dabei durften Sie aber sicherlich auch erfahren, dass Sie nicht allein gelassen waren auf Ihrem Weg. Gottes Gnade und die Hand Mariens haben Sie durch all die Jahre geleitet und begleitet, gestärkt und gestützt. Wenn Sie so auf Ihre Jahre zurückschauen, werden Sie mit Dankbarkeit und Zuversicht erfüllt, wie es ein Liedvers ausdrückt: Wechselnde Pfade, Schatten und Licht. Alles ist Gnade, fürchte dich nicht

Mehr denn je bedürfen die Menschen von heute lebendiger Zeugen, dass Gott lebt, dass Gott die Menschen liebt und ihnen in allen Lebenssituationen als barmherziger Gott nahe ist.

Mehr denn je bedürfen die Menschen von heute, begeisterter Christen, die die frohe Botschaft verkünden

Maria zeigt uns wie es geht:

  • Maria war offen für Gottes Wort und bewahrte es in ihrem Herzen
  • Maria zeigt den Menschen Jesus, tritt dabei aber ganz zurück

Wir können dabei an viele Mariendarstellungen denken, wo Jesus auf dem Schoß Mariens sitzt, meistens nicht der Mutter, sondern uns zugewandt.

  • Maria hat einen Blick für die Nöte der Menschen und tritt für sie ein bei ihrem Sohn
  • Maria hat ein Ohr für uns, verweist uns aber weiter an den, der das Wort ist

Liebe Mitbrüder, dieses Geburtsfest Mariens ist für uns alle ein Tag der Freude und der Dankbarkeit.
Dank gilt Ihnen, liebe Mitbrüder für Ihren jahrzehntelangen Einsatz.
Dank gebührt Gott, der Sie berufen, der Sie mit seinen Gaben beschenkt, der sie geführt und geleitet hat.

Dank gebührt der Jungfrau Maria, in deren besonderen Dienst sie stehen. Möge Sie sie weiterhin begleiten und durch ihr Vorbild Ermutigung sein: sie kennt unsere Nöte sie wartet und hofft, leidet und freut sich mit uns. Amen.