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Pfarreiengemeinschaft Alftal

Liebe Leserin, lieber Leser!

Das Titelbild unseres diesjährigen Osterpfarrbriefs 2019 stammt von dem Priester und Künstler Siger Köder. Düsteres Grau und leuchtendes Rot dominieren in dem Bild. Wir entdecken sofort eine junge Frau in einem roten Gewand, wir sehen Steine sowie Kreuze aus Holz und Eisen. Am Horizont hat sich der dunkle Himmel rot verfärbt. In der Mitte des Bildes ein offenes Grab.

Wie ein runder Torbogen durchzieht eine graue, dunkle Gräberlandschaft das Bild. Wir erkennen im Vordergrund jüdische Grabsteine, zwei davon sind beschriftet, sie tragen die Namen von Adam (rechts) und Eva (links), den Stammeltern. Diese beiden Steine sind zerbrochen, deutlich sichtbar geht ein Riss durch sie. Dahinter stehen christliche Grabkreuze, auch eine islamische Grabstelle (in der linken Bildhälfte mit dem Steinturban) finden wir. An verschiedenen Stellen werden blühende Rosen zwischen den Grabmälern sichtbar. Im Hintergrund umrahmt eine Steinmauer den Friedhof, die in der Mitte das Bild eines Totenkopfes annimmt, aber auch diese ist durchbrochen, rotes Licht durchdringt an dieser Stelle die Mauer. Ein Grabstein im Vordergrund ist besonders auffällig, er trägt den Namen Jesu und hat wohl die in der Mitte sichtbare Grabstelle verschlossen.

Vor diesem Grab kniet eine junge Frau, das Haar trägt sie offen, ihr Kleid ist leuchtend rot. Eine Hand stützt sich auf den Grabstein mit Jesu Namenszug, den anderen Arm hält sie mit offener Hand über dem Gesicht erhoben: Zeichen des Erschreckens oder des Schützens. Ihre Augen sind auf etwas gerichtet, was sich außerhalb des Bildes befindet. Der Arm wirft einen Schatten auf ihr Gesicht: Hinweis auf eine Lichtquelle, die nicht dargestellt ist, deren Licht auch auf einige Grabstellen fällt. Das Gesicht drückt Schrecken und Stauen zugleich aus, ein unerhörtes Ereignis scheint sich da zu vollziehen.

Der Künstler Siger Köder hat die Todesverfallenheit des Lebens, Vergänglichkeit und Hinfälligkeit des Menschen im Bild des Friedhofes ausgedrückt. Die Fesseln des Todes (Ps 18,5) scheinen die Menschheit im Griff zu haben, in allen Religionen, zu allen Zeiten. Der Mensch schlechthin (Adam und Eva) unterliegt der Macht des Todes. Die Rosen auf den Gräbern erinnern an unsere Art, Gräber zu schmücken, die Toten nicht zu vergessen. Doch wir können damit den Tod in seiner schrecklichen Konsequenz nicht entkräften. Jesus selbst hat den Weg mit den Menschen ganz und gar geteilt; er war gehorsam bis zum Tod am Kreuz, bis zur totalen Entäußerung. Sein Grab reiht sich ein in die Grabmäler der Weltgeschichte, sein Sterben in die vielen Tode der Menschen. Und auch an seinem Grab wird getrauert, sind Menschen, denen man ihr Liebstes genommen hat.

Maria von Magdala sucht ihren Herrn; sie sucht einen Leichnam. Doch ihr Blick wird vom Grab zu einer anderen Wirklichkeit hin gewendet. Der Stein ist weggewälzt, das Grab ist leer. Und einer ruft sie an bei ihrem Namen: „Maria!“ Licht fällt auf die Todesszene, ein Licht, das blendet und das einen neuen Tagesanbruch verheißt. Und dieser neue Tag durchbricht die Mauer des Todes. Es ist der Tag der Auferstehung des Herrn Jesus. Sein Licht lässt sich vom Tod nicht mehr abhalten; es dringt durch das Gestein. Dabei ist das eigentliche Geschehen nicht sichtbar, nicht greifbar. Es drückt sich in seinen Auswirkungen aus: Im Licht, das blendet, in der veränderten Haltung der Maria, im Aufscheinen der Morgenröte.

Und dieses Licht soll auch uns erfassen, uns zu österlichen Menschen werden lassen, zu Menschen, die Licht, Wärme, Freude und Hoffnung ausstrahlen und damit bekunden und verkünden: Leid und Tod haben nicht das letzte Wort; sie führen uns hin zum Leben, zum wahren Leben bei und mit Gott.

In diesem Sinne und in diesem Vertrauen wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Osterfest!

P. Ludwig Eifler O.Carm. (Pfarrer)